Liebe Leserin, lieber Leser!
Auf leisen Sohlen und dem seichten Wetter gerecht, beschränkt sich der Schattenblick dieses Mal darauf, mit seinen Grüßen zum Weihnachtsfest und Jahreswechsel ganz besonders auf unsere wohlstandsgesättigten Sinne abzustellen und der witterungswendigen Leichtigkeit dieses Jahres sowie dem Rausch seiner Erholungs- und Urlaubsansprüchlichkeit ein wenig die bittere Würze immer noch verdaulicher Nachdenklichkeit beizumischen.

Warm oder kalt?
Gewißheit möchte jeder,
der Mensch braucht Halt,
da gleicht er wohl der Feder.
Nun ähnelt auch das Wetter noch
dem wirren menschlichen Gemüte
und reißt es auf, das tiefe Loch,
und treibt den Höhenflug zur Blüte.
Nur der dicke Zuckerguß,
der kann süßer glänzen,
weil er ziert und schützen muß,
und der Mensch hat Grenzen
und zieht sich zu seinem Glück,
kalt wie Eis und hart wie Stein,
auf den Horizont zurück,
der gut schmeckt im Lichterschein.
Sieh' doch, der Du nur den Neid
solchen Worten unterstellst,
viel zu nahe ist das Leid,
und das Urteil, das Du fällst,
ist doch jener Furcht geschuldet,
die den feisten Sinn beschleicht,
der nicht die Erkenntnis duldet,
daß das Friedensfest nicht reicht.
Ihre Schattenblick-Redaktion
20. Dezember 2011