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ERNÄHRUNG/1527: 20-30 Prozent aller Klinikpatienten in Deutschland sind von Mangelernährung betroffen (DGEM)


Deutsche Gesellschaft für Ernährungsmedizin e.V. (DGEM) - Pressemitteilung vom 25. Oktober 2023

Gemeinsam gegen Mangelernährung
20-30 Prozent aller Klinikpatientinnen und -patienten in Deutschland sind von Mangelernährung betroffen

Malnutrition Awareness Week 2023


Berlin - 20 bis 30 Prozent aller Klinikpatientinnen und -patienten in Deutschland sind von Mangelernährung und damit von einer verschlechterten Prognose betroffen. Doch sie wird häufig übersehen oder nicht angemessen behandelt. Gründe dafür sind insbesondere fehlendes Ernährungswissen in medizinischen Fachberufen, sowie eine unzureichende Vergütung von ernährungsmedizinischen Maßnahmen im stationären und ambulanten Bereich. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährungsmedizin e.V. (DGEM) setzt sich für die Aufklärung über Mangelernährung und ihre schwerwiegenden Folgen ein. In der Woche vom 6. bis 10. November 2023 macht die Fachgesellschaft im Rahmen der europaweiten "Malnutrition Awareness Week" gemeinsam mit zahlreichen Kooperationspartnern auf die Problematik der krankheitsbezogenen Mangelernährung aufmerksam.


"Mangelernährung ist ein Problem, das die Lebensqualität und Gesundheit von vielen Menschen beeinträchtigt, wobei sie vor allem die Prognose schwerkranker Menschen erheblich verschlechtert", sagt Professor Dr. med. Matthias Pirlich, Präsident der DGEM. Mangelernährung erhöht die Komplikationsrate, mindert die Lebensqualität und treibt die Behandlungskosten in die Höhe. Besonders betroffen sind Menschen mit chronischen und schweren Erkrankungen sowie ältere Menschen. "Gerade während der Corona-Pandemie wurde offensichtlich, wie dringend eine adäquate Ernährungsversorgung notwendig ist - die Sterblichkeit während einer Klinikbehandlung war um mehr als das Dreifache erhöht", so der Experte.

Doch die gute Nachricht ist: Effektive ernährungstherapeutische Maßnahmen sind nachweislich kostengünstig umzusetzen. Ein standardisiertes Risikoscreening und die damit verbundene qualifizierte ernährungsmedizinische Betreuung sind Schlüsselkomponenten, um Mangelernährung vorzubeugen und gezielt zu behandeln. In der "Vienna Declaration" haben über 75 internationale Organisationen und wissenschaftliche Fachgesellschaften postuliert, dass eine effektive Ernährungsversorgung zum Grundrecht auf Nahrung und dem Recht auf Gesundheit gehört. "Alle Menschen haben ein Recht auf Zugang zu Nahrungsmitteln und einer evidenzbasierten medizinischen Ernährungstherapie - egal in welchem Setting. Nur so können wir Mangelernährung und die damit einhergehende Morbidität und Mortalität überwinden. Es ist längst Zeit, dieses Prinzip auch in deutschen Kliniken umzusetzen, das unterschätzte Problem der Mangelernährung in den Fokus zu rücken und lebenswichtige Maßnahmen zu etablieren", so Dr. rer. biol. hum Nicole Erickson, Wissenschaftliche Koordinatorin des interdisziplinären Zentrums für Ernährungsmedizin sowie Koordinatorin für Gesundheitskompetenz am Krebszentrum des Klinikums der Universität München.

Die "Malnutrition Awareness Week" ist Teil der ONCA-Initiative (Optimal Nutritional Care for All) und zielt darauf ab, evidenzbasierte Therapieansätze für Mangelernährung im Gesundheitswesen zu etablieren. Die DGEM und ihre Partnerorganisationen laden Fachpublikum, politische Entscheidungsträger, Betroffene und Interessierte dazu ein, sich bei einer Vielzahl von Veranstaltungen zum Thema zu informieren und aktiv an den Diskussionen teilzunehmen. Auf der Website www.mangelernährung-bekämpfen.de können sich Interessierte über die vielfältigen Angebote und Veranstaltungen informieren.

Weitere Informationen:

Malnutrition Awareness Week (MAW) - Mangelernährung gemeinsam bekämpfen
https://mangelernährung-bekämpfen.de/aktionswoche/


Über die Deutsche Gesellschaft für Ernährungsmedizin e. V. (DGEM):

Die Deutsche Gesellschaft für Ernährungsmedizin e. V. (DGEM) ist die medizinisch-wissenschaftliche Fachgesellschaft für Ernährungsmedizin in Deutschland. Sie ist eine multidisziplinäre Vereinigung aller Berufsgruppen, die sich mit Ernährungsmedizin befassen. Die Gesellschaft vereint mehr als 3000 Ärztinnen und Ärzte sowie Ernährungs- und Pflegefachkräfte und Apothekerinnen und Apotheker - Expertinnen und Experten sowie Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, die ernährungsmedizinisch forschen, lehren, behandeln und beraten.
Die DGEM fördert Wissenschaft, Praxis und Aus- und Weiterbildung auf dem Gebiet der Ernährungsmedizin und Stoffwechselforschung. Regelmäßig veranstaltet sie Fortbildungskurse und Kongresse, um Kenntnisse und Erfahrungen nutzbar zu machen und den interdisziplinären Austausch zu anderen in- und ausländischen Institutionen, die auf diesem Gebiet arbeiten, aufzunehmen und zu vertiefen. Sie schreibt Stipendien und Forschungsgelder für die Grundlagenforschung und die klinisch angewandte Forschung aus.

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Quelle:
Deutsche Gesellschaft für Ernährungsmedizin e.V. (DGEM)
Pressemitteilung vom 25.10.2023
Geschäftsstelle
Karl-Marx-Allee 77, 10243 Berlin
Tel.: 030/ 311 719-340, -341 und -342
Fax: 030/311 719 349
E-Mail: infostelle@dgem.de
Internet: www.dgem.de

veröffentlicht in der Online-Ausgabe des Schattenblick am 27. Oktober 2023

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